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SUMMARY:Dr. Zanan Akin: Was ist egalitäre Hybris?
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DESCRIPTION:Ein Gedankendialog zwischen Badiou und Deleuze über Identität\,
	 Grenzen und\nUnendlichkeit / Vortrag von Dr. Zanan Akin\n\nDas Wort Hybri
	s geht auf das griechische Verb hybrizein zurück\, das ein\nzügelloses\, m
	aßloses Verhalten beschreibt\; nicht ohne Grund ist es negativ\nkonnotiert
	. Den Inbegriff der Maßlosigkeit oder Hybris bildet in der Moderne\nsicher
	lich das Kapital. Doch ist das Wesen dieser Hybris ein verwickeltes: Sie\n
	kommt nicht (nur) als Übermut oder offene Unterdrückung und Dominanz zum\n
	Ausdruck\, sondern vielmehr als eine jeden Überschuss zähmende Kraft\, die
	 alles\nmit allem und jede Person mit jeder anderen gleichsetzt und dadurc
	h jedes\nsinguläre Potenzial in Gleichgültigkeit auflöst.\n\nDer verhängni
	svolle Charakter dieser Hybris tritt zutage\, wenn jeder Aufruf zu\nradika
	len Veränderungen\, die nötig sind\, um die drohende Klimakatastrophe zu\n
	verhindern\, sich gegenüber dem Vorrang des Wachstums als ohnmächtig erwei
	st oder\nwenn jede Forderung nach einer Inklusion bislang ausgeschlossener
	\ngesellschaftlicher Gruppen sich\, statt das Gesetz dieser Welt zu unterl
	aufen\, in\ndieses Gesetz selbst auflöst.\n\nDeleuze gibt uns eine Idee an
	 die Hand\, wie sich diese Hybris gegen sich selbst\nkehren ließe. In Diff
	erenz und Wiederholung spricht er von einer anderen\, nicht\nverdammenswer
	ten Hybris. Bei dieser Hybris handelt es sich um ein „Springen“ des\nWesen
	s\, d. h. eine Überschreitung der eigenen Grenzen. Eben durch eine solche\
	nGrenzüberschreitung „bildet [es] das alleinige Maximum\, an dem die entwi
	ckelte\nVerschiedenheit aller Grade an die Gleichheit rührt“\, sodass „das
	 Kleinste nun\ndem Größten“ gleicht.  Diese einzigartige Wendung des radik
	alen spinozistischen\nGedankens von der Macht der Gleichheit ohne Identitä
	t findet 50 Jahre später in\nBadious Werk einen interessanten Widerhall.\n
	\nIn Immanenz der Wahrheiten (2018) spricht Badiou von einer „egalitären M
	acht des\nKollektivs“\, die sich in einer Verweigerung gegenüber der Zertr
	ennung als eine\n„Konvergenz heterogener Vielheiten“ herausbildet.  Nun sa
	gt Badiou\, dass die\nMacht eines solchen Kollektivs\, die gemessen an der
	 unerreichbaren Macht der\nSituation nahezu nichts ist\, eventuell der Mac
	ht der gesamten globalen Situation\ngleichen kann.\n\nAusgehend von Badiou
	s und Deleuzes Überlegungen wird es in diesem Vortrag um den\nVersuch gehe
	n\, solch eine Macht der Gleichheit als eine paradoxe Form der Hybris\nzu 
	denken\, nämlich eine egalitäre. Es soll auf diese Weise das Denken eines\
	nneuen\, affirmativen Horizonts der Gleichheit und Befreiung angeregt werd
	en.\n\nZanan Akin ist Philosoph und hat an der Universität Hamburg\, der F
	ernUniversität\nin Hagen und der Masaryk-Universität in Brünn gelehrt. Sei
	ne Forschung bewegt\nsich im Spannungsfeld zwischen der zeitgenössischen f
	ranzösischen Philosophie\,\ndem Deutschen Idealismus und der Phänomenologi
	e. Er forscht zu gegenwärtigen\nFragen der Politischen Philosophie\, Ethik
	 und Metaphysik sowie zu Technik- und\nMedienphilosophie. Demnächst ersche
	int seine erste Monographie\nGleich-Gültigkeit: Metaphysik der modernen Gl
	eichheit mit Hegel\, Heidegger\, Marx\nund Badiou im Brill | Fink Verlag.
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X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p><strong>Ein Gedankendialog zwischen Badiou 
	und Deleuze über Identität, Grenzen und Unendlichkeit / Vortrag von Dr. Za
	nan Akin</strong></p><p>Das Wort Hybris geht auf das griechische Verb hybr
	izein zurück, das ein zügelloses, maßloses Verhalten beschreibt; nicht ohn
	e Grund ist es negativ konnotiert. Den Inbegriff der Maßlosigkeit oder Hyb
	ris bildet in der Moderne sicherlich das Kapital. Doch ist das Wesen diese
	r Hybris ein verwickeltes: Sie kommt nicht (nur) als Übermut oder offene U
	nterdrückung und Dominanz zum Ausdruck, sondern vielmehr als eine jeden Üb
	erschuss zähmende Kraft, die alles mit allem und jede Person mit jeder and
	eren gleichsetzt und dadurch jedes singuläre Potenzial in Gleichgültigkeit
	 auflöst.</p><p>Der verhängnisvolle Charakter dieser Hybris tritt zutage, 
	wenn jeder Aufruf zu radikalen Veränderungen, die nötig sind, um die drohe
	nde Klimakatastrophe zu verhindern, sich gegenüber dem Vorrang des Wachstu
	ms als ohnmächtig erweist oder wenn jede Forderung nach einer Inklusion bi
	slang ausgeschlossener gesellschaftlicher Gruppen sich, statt das Gesetz d
	ieser Welt zu unterlaufen, in dieses Gesetz selbst auflöst.</p><p>Deleuze 
	gibt uns eine Idee an die Hand, wie sich diese Hybris gegen sich selbst ke
	hren ließe. In Differenz und Wiederholung spricht er von einer anderen, ni
	cht verdammenswerten Hybris. Bei dieser Hybris handelt es sich um ein „Spr
	ingen“ des Wesens, d. h. eine Überschreitung der eigenen Grenzen. Eben dur
	ch eine solche Grenzüberschreitung „bildet [es] das alleinige Maximum, an 
	dem die entwickelte Verschiedenheit aller Grade an die Gleichheit rührt“, 
	sodass „das Kleinste nun dem Größten“ gleicht.&nbsp; Diese einzigartige We
	ndung des radikalen spinozistischen Gedankens von der Macht der Gleichheit
	 ohne Identität findet 50 Jahre später in Badious Werk einen interessanten
	 Widerhall.</p><p>In Immanenz der Wahrheiten (2018) spricht Badiou von ein
	er „egalitären Macht des Kollektivs“, die sich in einer Verweigerung gegen
	über der Zertrennung als eine „Konvergenz heterogener Vielheiten“ herausbi
	ldet.&nbsp; Nun sagt Badiou, dass die Macht eines solchen Kollektivs, die 
	gemessen an der unerreichbaren Macht der Situation nahezu nichts ist, even
	tuell der Macht der gesamten globalen Situation gleichen kann.</p><p>Ausge
	hend von Badious und Deleuzes Überlegungen wird es in diesem Vortrag um de
	n Versuch gehen, solch eine Macht der Gleichheit als eine paradoxe Form de
	r Hybris zu denken, nämlich eine egalitäre. Es soll auf diese Weise das De
	nken eines neuen, affirmativen Horizonts der Gleichheit und Befreiung ange
	regt werden.</p><p><strong>Zanan Akin </strong>ist Philosoph und hat an de
	r Universität Hamburg, der FernUniversität in Hagen und der Masaryk-Univer
	sität in Brünn gelehrt. Seine Forschung bewegt sich im Spannungsfeld zwisc
	hen der zeitgenössischen französischen Philosophie, dem Deutschen Idealism
	us und der Phänomenologie. Er forscht zu gegenwärtigen Fragen der Politisc
	hen Philosophie, Ethik und Metaphysik sowie zu Technik- und Medienphilosop
	hie. Demnächst erscheint seine erste Monographie Gleich-Gültigkeit: Metaph
	ysik der modernen Gleichheit mit Hegel, Heidegger, Marx und Badiou im Bril
	l | Fink Verlag.</p>
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