Kriegstüchtig werden? Die Militarisierung der Gesellschaft und was sie uns kostet
Mitte März haben Bundestag und Bundesrat das Grundgesetz geändert,
um ungezügelt Kredite für Rüstungsprojekte aufnehmen zu können -
und dies war nur die letzte durchgepeitschte Höhe dieser Entwicklung,
die das Land "kriegstüchtig" machen soll, wie es der ehemalige
Verteidigungsminister Boris Pistorius forderte. 100 Milliarden
Sondervermögen für Verteidigungsausgaben kamen zuvor, das neue 5%
Ziel der NATO und allerlei sprachliche Scharfmacherei: "Frieren für
den Frieden" ist das "Kanonen statt Butter" des 21. Jahrhunderts.
Denn neben den unendlichen Summen die nun in Krieg und Militär
gesteckt werden, bald 50% des Staatshaushalts ausmachen sollen (5% des
BIPs) und somit zum Kahlschlag bei andere Haushaltsposten wie
Sozialausgaben führen, müssen auch die Menschen im Land überzeugt
werden, dass es sich lohnt die Heizung zwei Stufen runter zu drehen,
das Brot trocken zu essen und beim Arzt nur noch schnell abgearbeitet
zu werden - weil der Russe ja angeblich schon fast vor Berlin stünde.
Zusätzlich muss ja auch noch das Kanonenfutter motiviert - oder
gezwungen - werden und wenn moralische Bedenken bei
WissenschaftlerInnen und Zivilklauseln nicht im Weg stünden, kann der
wehrtechnische Fortschritt gegenüber Russland auch noch ausgebaut
werden.
Sowohl über die trockenen Zahlen mit bitterem Abgang, wie auch über
kriegstüchtige Sozial- und Kulturpolitik wird der Referent Pablo
Flock von der Informationsstelle Militarisierung e.V. an diesem Abend
berichten. Danach wird Raum für Fragen und Diskussion sein.
8 months ago
Café Palaver
Café Palaver, Steinstr. 23